Bußgeldkatalog 2026: Bußgelder, Punkte & Fahrverbote
Geblitzt, bei Rot gefahren, das Handy am Steuer benutzt oder mit Alkohol beziehungsweise Cannabis kontrolliert worden?
Dann stellt sich meist zuerst die Frage: Was droht mir jetzt – Bußgeld, Punkte oder sogar ein Fahrverbot?
Unser Bußgeldkatalog gibt Ihnen einen schnellen Überblick über häufige Verkehrsverstöße und die möglichen Folgen.
Wichtig: Die Tabellen zeigen grundsätzlich die vorgesehenen Regelsätze. Je nach Einzelfall können sich Abweichungen ergeben. Bei bestimmten Verkehrsverstößen handelt es sich außerdem nicht mehr um eine Ordnungswidrigkeit, sondern um eine Straftat.
bußgeldkatalog innerorts
KM/H
BUß-GELD
PUNKTE
FAHR-VERBOT
bußgeldkatalog außerorts
|
Km/h zu schnell |
Bußgeld |
Punkte |
Fahrverbot |
|---|---|---|---|
| bis 10 km/h | 30 € | keine | Nein |
| 11 – 15 km/h | 50 € | keine | Nein |
| 16 – 20 km/h | 70 € | keine | Nein |
| 21 – 25 km/h | 115 € | 1 | Nein |
| 26 – 30 km/h | 180 € | 1 | 1 Monat* |
| 31 – 40 km/h | 260 € | 2 | 1 Monat |
| 41 – 50 km/h | 400 € | 2 | 1 Monat |
| 51 – 60 km/h | 560 € | 2 | 2 Monate |
| 61 – 70 km/h | 700 € | 2 | 3 Monate |
| über 70 km/h | 800 € | 2 | 3 Monate |
|
km/h zu schnell |
bußgeld |
Punkte |
Fahrverbot |
|---|---|---|---|
| bis 10 km/h | 20 € | keine | Nein |
| 11 – 15 km/h | 40 € | keine | Nein |
| 16 – 20 km/h | 60 € | keine | Nein |
| 21 – 25 km/h | 100 € | 1 | Nein |
| 26 – 30 km/h | 150 € | 1 | 1 Monat* |
| 31 – 40 km/h | 200 € | 1 | 1 Monat* |
| 41 – 50 km/h | 320 € | 2 | 1 Monat |
| 51 – 60 km/h | 480 € | 2 | 1 Monat |
| 61 – 70 km/h | 600 € | 2 | 2 Monate |
| über 70 km/h | 700 € | 2 | 3 Monate |
* Fahrverbot nur dann, wenn zweimal innerhalb von 12 Monaten über 26 km/h zu schnell gefahren wurde.
Achtung: Für Lkw, Fahrzeuge mit Anhänger sowie bestimmte andere Fahrzeugarten gelten teilweise andere Regelsätze.
Achtung bei Probezeit!
Die genannten Angaben gelten für Fahrer, die ihre Probezeit bereits erfolgreich abgeschlossen haben.
Befinden Sie sich noch in der Probezeit und überschreiten die zulässige Höchstgeschwindigkeit um 21 km/h oder mehr, gilt dies als sogenannter A-Verstoß. In diesem Fall verlängert sich die Probezeit in der Regel um weitere zwei Jahre. Zusätzlich wird die Teilnahme an einem kostenpflichtigen Aufbauseminar angeordnet.
bis 10 km/h
30 €
keine
Nein
11 – 15 km/h
50 €
keine
Nein
16 – 20 km/h
70 €
keine
Nein
21 – 25 km/h
115 €
1
Nein
26 – 30 km/h
180 €
1
1 Monat*
31 – 40 km/h
260 €
2
1 Monat
41 – 50 km/h
400 €
2
1 Monat
51 – 60 km/h
560 €
2 Punkte
2 Monate
61 – 70 km/h
700 €
2 Punkte
3 Monate
über 70 km/h
800 €
2 Punkte
3 Monate
Rotlichtverstoß – Welche Strafe droht?
|
Verstoß |
bußgeld |
Punkte |
Fahrverbot |
|---|---|---|---|
| Rotlicht missachtet | 90 € | 1 | Nein |
| mit Gefährdung | 200 € | 2 | 1 Monat |
| mit Sachbeschädigung | 240 € | 2 | 1 Monat |
| Rot bereits länger als 1 Sekunde | 200 € | 2 | 1 Monat |
| länger als 1 Sekunde + Gefährdung | 320 € | 2 | 1 Monat |
| länger als 1 Sekunde + Sachbeschädigung | 360 € | 2 | 1 Monat |
Achtung: Bei besonders schwerwiegendem Verhalten kann aus einem Verkehrsverstoß außerdem eine Straftat werden.
Handy am Steuer – Bußgeld und Punkte
|
Verstoß |
bußgeld |
Punkte |
Fahrverbot |
|---|---|---|---|
| Handy bzw. elektronisches Gerät verbotswidrig benutzt | 100 € | 1 | Nein |
| mit Gefährdung | 150 € | 2 | 1 Monat |
| mit Sachbeschädigung | 200 € | 2 | 1 Monat |
Achtung: Das Verbot betrifft nicht nur das klassische Telefonieren. Auch die verbotswidrige Nutzung anderer elektronischer Geräte kann erfasst sein.
Abstand nicht eingehalten – Was droht?
Bei Abstandsverstößen hängt die Sanktion insbesondere davon ab, wie schnell Sie gefahren sind und wie stark der vorgeschriebene Abstand unterschritten wurde.
Bei höheren Geschwindigkeiten können neben einem Bußgeld auch Punkte und ein Fahrverbot drohen.
Gerade bei Messungen auf Autobahnen sollte außerdem geprüft werden, ob Messung und Auswertung ordnungsgemäß erfolgt sind.
Alkohol am Steuer – Bußgeld oder Straftat?
Beim Thema Alkohol muss zwischen einer Ordnungswidrigkeit und einer Straftat unterschieden werden.
Ab 0,5 Promille
|
Verstoß |
bußgeld |
Punkte |
Fahrverbot |
|---|---|---|---|
| 1. Verstoß | 500 € | 2 | 1 Monat |
| 2. Verstoß | 1000 € | 2 | 3 Monate |
| weiterer Verstoß | 1500 € | 2 | 3 Monate |
Achtung: Die 0,5-Promille-Grenze bedeutet allerdings nicht, dass unterhalb davon automatisch keine strafrechtlichen Konsequenzen möglich sind.
Wer alkoholbedingt nicht mehr in der Lage ist, sein Fahrzeug sicher zu führen, kann sich wegen Trunkenheit im Verkehr strafbar machen.
Bei einer Trunkenheitsfahrt drohen dann keine festen Bußgelder mehr, sondern eine Geldstrafe oder Freiheitsstrafe sowie möglicherweise die Entziehung der Fahrerlaubnis.
Cannabis am Steuer – Welche Folgen drohen?
Für Cannabis gilt inzwischen ein gesetzlicher Grenzwert von 3,5 ng/ml THC im Blutserum.
|
Verstoß |
bußgeld |
Punkte |
Fahrverbot |
|---|---|---|---|
| 1. Verstoß ab 3,5 ng/ml THC | 500 € | 2 | 1 Monat |
| 2. Verstoß | 1000 € | 2 | 3 Monate |
| weiterer Verstoß | 1500 € | 2 | 3 Monate |
| Cannabis + Alkohol, 1. Verstoß | 1000 € | 2 | 1 Monat |
Achtung: Für Fahranfänger in der Probezeit und Fahrer unter 21 Jahren gelten strengere Regelungen.
Wichtig: Auch bei Cannabis kann aus einer Ordnungswidrigkeit eine Straftat werden, wenn eine Fahruntüchtigkeit beziehungsweise konkrete Gefährdung hinzukommt.
Probezeit – Welche Verstöße sind besonders problematisch?
Für Fahranfänger gelten zusätzliche Regeln.
Verkehrsverstöße werden in der Probezeit insbesondere in A-Verstöße und B-Verstöße eingeteilt.
Bereits ein schwerwiegender A-Verstoß kann beispielsweise dazu führen, dass
- die Probezeit verlängert wird und
- die Teilnahme an einem Aufbauseminar angeordnet wird.
Dazu können beispielsweise erhebliche Geschwindigkeitsüberschreitungen, Rotlichtverstöße oder Verstöße gegen das Alkohol- und Cannabisverbot gehören.
Für Fahrer in der Probezeit beziehungsweise unter 21 Jahren gilt außerdem ein besonderes Alkohol- und Cannabisverbot.
Wann wird aus einem Verkehrsverstoß eine Straftat?
Nicht alles im Verkehrsrecht lässt sich anhand eines festen Bußgeldkatalogs beantworten.
Bestimmte Verstöße sind Straftaten. Dann entscheidet grundsätzlich ein Gericht über die konkrete Strafe.
Verkehrsstraftaten im Überblick
|
Straftat |
Mögliche Strafe |
|---|---|
| Fahrerflucht / unerlaubtes Entfernen vom Unfallort | Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis 3 Jahre |
| Trunkenheit im Verkehr | Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis 1 Jahr |
| Fahren ohne Fahrerlaubnis | Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis 1 Jahr |
| Kennzeichenmissbrauch | Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis 1 Jahr |
| Fahrlässige Körperverletzung im Straßenverkehr | Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis 3 Jahre |
| Fahrlässige Tötung im Straßenverkehr | Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis 5 Jahre |
| Gefährdung des Straßenverkehrs | Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis 5 Jahre |
| Gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr | Im Grundtatbestand Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis 5 Jahre |
| Verbotenes KFZ-Rennen | Im Grundtatbestand Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis 2 Jahre; bei schweren Folgen deutlich höher |
Achtung: Bei Verkehrsstraftaten kann neben Geld- oder Freiheitsstrafe insbesondere auch der Führerschein gefährdet sein.
Fahrverbot oder Führerscheinentzug – Was ist der Unterschied?
Diese Begriffe werden häufig verwechselt.
Bei einem Fahrverbot dürfen Sie für einen bestimmten Zeitraum kein Kraftfahrzeug führen. Im Strafrecht kann ein Fahrverbot grundsätzlich zwischen einem und sechs Monaten angeordnet werden.
Bei der Entziehung der Fahrerlaubnis verlieren Sie dagegen Ihre Fahrerlaubnis. Der Führerschein wird eingezogen und eine neue Fahrerlaubnis darf grundsätzlich erst nach Ablauf einer gerichtlich festgelegten Sperrfrist erteilt werden.
Bei bestimmten Verkehrsstraftaten sieht das Gesetz die Ungeeignetheit zum Führen von Kraftfahrzeugen regelmäßig als gegeben an. Dazu gehören insbesondere bestimmte Fälle der Straßenverkehrsgefährdung, verbotener Kraftfahrzeugrennen, Trunkenheit im Verkehr und Fahrerflucht mit erheblichen Folgen.
Lohnt sich ein Einspruch gegen einen Bußgeldbescheid?
Nicht jeder Bußgeldbescheid ist automatisch richtig.
Eine Prüfung kann insbesondere sinnvoll sein, wenn
- ein Fahrverbot droht,
- Sie beruflich auf den Führerschein angewiesen sind,
- die Fahrereigenschaft unklar ist,
- Zweifel an der Messung bestehen,
- bereits Punkte in Flensburg vorhanden sind oder
- durch weitere Punkte der Entzug der Fahrerlaubnis droht.
Gegen einen Bußgeldbescheid kann grundsätzlich innerhalb von zwei Wochen nach Zustellung Einspruch eingelegt werden.
Wichtig: Ein Einspruch sollte nicht allein deshalb eingelegt werden, weil die Sanktion unangenehm ist. Entscheidend ist, ob sich rechtliche oder tatsächliche Ansatzpunkte für eine Verteidigung ergeben.
Geblitzt – Kann eine Messung fehlerhaft sein?
Geschwindigkeits- und Abstandsmessungen erfolgen mit unterschiedlichen Messverfahren und Geräten.
Ob ein konkretes Messergebnis verwertbar ist, kann beispielsweise davon abhängen, ob das Messgerät ordnungsgemäß eingesetzt wurde, die vorgeschriebenen Bedingungen eingehalten wurden und die Messung dem richtigen Fahrzeug zugeordnet werden kann.
Auch bei standardisierten Messverfahren kann deshalb eine Prüfung des konkreten Vorgangs sinnvoll sein.
Wann lohnt sich ein Anwalt im Verkehrsrecht?
Bei einem geringfügigen Verwarnungsgeld ohne weitere Konsequenzen ist anwaltliche Unterstützung nicht in jedem Fall wirtschaftlich sinnvoll.
Wir prüfen unter anderem:
- Bußgeldbescheide,
- Geschwindigkeitsmessungen,
- Rotlichtverstöße,
- Abstandsverstöße,
- Handyverstöße,
- Alkohol- und Drogenfahrten,
- drohende Fahrverbote,
- Fahrerlaubnisentziehungen,
- Fahrerflucht und
- weitere Verkehrsstraftaten.
Anders kann es aussehen, wenn Punkte, Fahrverbot oder der Verlust der Fahrerlaubnis drohen.
Besonders relevant ist eine Prüfung außerdem bei Verkehrsstraftaten wie Fahrerflucht, Trunkenheit im Verkehr oder Fahren ohne Fahrerlaubnis.
Bußgeldbescheid oder Verkehrsstraftat erhalten? Wir prüfen Ihren Fall
Ein Bußgeldbescheid kann mehr bedeuten als nur eine Geldzahlung. Punkte, Fahrverbote und insbesondere der Verlust der Fahrerlaubnis können erhebliche Auswirkungen auf Beruf und Alltag haben.
Bei strafrechtlichen Vorwürfen im Straßenverkehr können zusätzlich Geld- oder Freiheitsstrafen drohen.
Sie haben einen Bußgeldbescheid, eine Anhörung oder einen strafrechtlichen Vorwurf im Straßenverkehr erhalten?
Wir prüfen den Vorwurf, mögliche Messfehler sowie drohende Punkte, Fahrverbote und weitere Konsequenzen.
